Endlich das perfekte Tablet für Lehrer

Da mich viele Kollegen nach DEM perfekten Tablet für Lehrer gefragt haben und wie ich es gewinnbringend im Unterricht und in meinen Lehreralltag einbringe, möchte ich hier zum einen mein ASUS-Tablet vorstellen und zum anderen einige alltagstaugliche Anwendungen aufzeigen, die den Lehreralltag effizienter und angenehmer machen können. Da ich selber nicht über eine Homepage verfüge, nutzte ich die Homepage meiner lieben Ehefrau 🙂

Das Tablet für Lehrer und seine technische Ausstattung (auf Deutsch…)

Was braucht ein Tablet für Lehrer an Hardware? Bei meinem Tablet handelt es sich um ein Asus Zen Pad 10 mit LTEEs gibt auch eine Version ohne LTE, das halte ich aber für „unmobil“, da man dann nur an einem WLAN Internetzugang hat. Genauere Details zur technischen Ausstattung kann man hier nachlesen. Ganz einfach erklärt bedeutet die Technik aber Folgendes:

  • Der 64 Bit Atom Prozessor von Intel ist schnell genug, so dass alle Apps flüssig laufen und es in Android keine nennenswerten Ladezeiten beim Wechsel zwischen Apps oder Aufrufen von Dateien gibt.
  • Die 5-Mega-Pixel-Kamera reicht um Tafelbilder, Dokumente zu digitalisieren oder Portaitfotos anzufertigen. Die Frontkamera reicht für Video-Konferenzen aus, wie z.B. Skype.
  • Der interne Speicherplatz reicht für normalen Office-Bedarf aus. Wer aber noch viel mit Bildern und Musik arbeitet, sollte sich eine zusätzliche 64GB Micro-SD Speicherkarte zusätzlich einsetzen. Vor allem wenn man Dateien via Dropbox mit seinem PC synchronisieren möchte reicht der intere Speicher nicht aus.
  • Via Bluetooth können Zubehör wie Lautsprecher oder Mäuse ohne Kabel verbunden werden
  • Der Internetzugang erfolgt über WLAN oder sogar über das schnelle Mobilfunknetz LTE. So ist eine Internetverbindung sicher garantiert. Dank des integrierten Mobilfunk-Moduls kann man auch Whatsapp und SMS nutzen.
  •  Telefonieren kann man leider mit dem Tablet nicht. Diese Funktion hat Asus per Software geblockt, da das Gerät sonst ein Handy ersetzen würde – Aber es gibt Wege für tüchtige Bastler…

Android-Betriebssystem für Mobilität

Ein Tablet für Lehrer sollte ständig auf Knopfdruck einsatzbereit sein ohne lästige Bootzeiten. Das Betriebssystem Android in der aktuellen Version 6.x ist da genau die richtige Entscheidung. Obwohl ich einen Windows PC zu Hause habe, bin ich von Android als mobiles Betriebssystem sehr überzeugt. Android ist intuitiver, ermöglicht wesentlich längere Akkulaufzeit, und ist für den mobilen Bereich und die Bedienung über Touchscreen optimiert. Das Tablet ist sofort einsatzbereit, wie man das von seinem Handy gewohnt ist.

Akkulaufzeit für einen ganzen Schultag mindestens

Ein Tablet für Lehrer muss mit langen Akkulaufzeiten glänzen können. Beim Asus Zenpad 10 sind Akkulaufzeiten von 2 Tagen bei normalem Einsatz kein Problem. Wenn ich es einen Tag intensiv nutze, hält es dennoch bis Abends durch und kommt dann über Nacht an die Ladestation. Ich hatte es noch nie, dass der vollgeladene Akku während meines Arbeitstages schneller alle war als ich selber. Im Gegenteil, ist es mir schon mal passiert, dass ich es über Nacht nicht geladen hatte und dennoch konnte ich es den ganzen nächsten Tag nutzen.

 

 

 

Bluetooth Tastatur mit integrierten Lautsprecher

Die optionale Tastatur ermöglicht das schnelle Schreiben von längeren Texten wie am PC. Das Tablet wird über Bluetooth mit der Tastatur verbunden und magnetisch in der Halterung der Tastatur gehalten. Man kann das Tablet einfach aus der Halterung nehmen und es dann nur via Touchscreen bedienen, oder von der Tastatur aus „fernsteuern“. Darüberhinaus sind in der Tastatur zusätzliche Lautsprecher verbaut, die tatsächlich dafür sorgen, dass der Ton in einer durchaus hörbaren Lautstärke wiedergegeben werden kann.

Wo kaufen, für wie viel Geld?

Ein Tablet für Lehrer sollte man nicht im Fachgeschäft kaufen. Klingt komisch, aber die Fachgeschäfte denken, dass ein gutes Tablet für Lehrer lediglich der neusten Technik entsprechen sollte und möglichst viel Geld kosten muss… Mein erstes Tablet war eine solche Fehlberatung… Ich habe mein Tablet (was endlich ein super Tablet für Lehrer ist) vor gut einem Jahr bei Saturn online gekauft und konnte es dann im Markt abholen. Es gab derzeit ein Bundle-Angebot: „Tablet+Tastatur für 399,- €“. Das Tablet kann man immer noch bei Saturn online kaufen: Asus Zenpad 10 LTE bei Saturn-Online (Preis aktuell 249,-)
Allerdings fehlt bei Saturn die Tastatur. Die gibt es hier: Zen Pad Tastatur bei Amazon (Preis aktuell 54,-)

Bei Amazon gibt es mittlerweile überarbeitete Modelle mit neuer Technik und aktuellem Andoid 7.0 Asus ZenPad 10



 

Einsatzmöglichkeiten

Ich werde im Folgenden einige nützliche Anwendungsbeispiele geben, wie das Tablet für Lehrer im Unterricht und im allgemeinen Lehreralltag eingesetzt werden kann. Diese Beispiele lassen sich vermutlich auch mit anderen vergleichbaren Tablets umsetzen.

Infosystem, digitales Klassenbuch und Vertretungsplan der Schule

An unserer Schule können alle Schulteilnehmer den Vertretungsplan über das Internet aufrufen. Das geht mit dem Tablet sehr schnell. Ebenfalls nutzen wir ein webbasiertes Infosystem, das es dem Sekretariat ermöglicht Informationen für die Kollegen bereit zu stellen. Diese können die Information (Abmeldungen von Schülern, Warnung vor Kopfläusen, Rückrufbitten, etc.) dann bequem und schnell vom Tablet aus einsehen und beispielsweise direkt ins Klassenbuch eintragen. Apropos Klassenbuch: Auch das Klassenbuch könnte direkt vom Tablet aus geführt werden. Die nötige Softwarelösungen dazu gibt es schon von verschiedenen Anbietern (Mein Favorit: Tego.Class). Die Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass jeder Kollege mit einem Tablet ausgestattet sein müsste. Ein Tablet für Lehrer wäre dann zwingend erforderlich, aber derzeitig schon sehr sinnvoll.

Digitales Schulbuch

Ich nutze mittlerweile nur noch digitale Kopien meiner Schulbücher. Dadurch ist meine Tasche viel leichter geworden. Und ich kann die digitalen Kopien per Beamer an die Wand werfen, mit den Schülern direkt in den Aufgaben arbeiten und Lösungen schnell und anschaulich besprechen.

Digitale Medien und der Beamer

Umständlich dünne zusammenklebende Plastikfolien erstellen und auf einem Overhead-Projektor an die Wand werfen lassen, wobei man das Bild doch nicht wirklich erkennt, weil scheinbar überall Flecken drauf sind – Das war gestern. Ich erstelle meine Folien digital und habe Sie via Dropbox immer auf meinem Tablet synchronisiert. Dabei nutze ich manchmal ein einfaches Worddokument, das ich dann einfach im Verlauf meines Unterrichtes weiter nach unten scrolle. Manche Dinge lassen sich aber einfach besser in einem Excel-Sheet erläutern oder professionell in einer Powerpoint darbieten. Ganz egal- ich habe mein Material und kann es an den entsprechenden Unterrichtsstellen flexibel verwenden. Auch kann ich Clips aus Youtube einbinden oder Google Maps nutzen. Häufig erstelle ich mir einen Moodle-Kurs und packe meine Materialien dort rein. Die Materialien sind dann von jedem PC aus abrufbar und können beispielsweise auf einem Smartboard dargestellt werden.

Der Chromecast Trick

Weil ich mich bei dieser Methode allerdings zu Beginn jeder Stunde beim Smartboard einloggen musste und manchmal die Tastatur nicht funktionierte, habe ich mir eine komfortablere und konsistentere Lösung gesucht. Ich wollte einfach, dass das Bild meines Tables kabellos via Beamer an die Wand/Smartboard projiziert wird. Dies ist tatsächlich mit diesem Tablet möglich. Es besitzt eine Funktion namens „Play-To“, die das Streamen des Tabletbildschirminhaltes auf ein kompatibles Gerät ermöglicht. Der Beamer ist natürlich erstmal nicht dazu in der Lage, wäre ja auch zu schön gewesen. Aber man kann einen Google Chromecast-Fernsehstick für diesen Zweck nutzen. Er wird in den HDMI-Eingang des Beamers gesteckt und in das WLAN der Schule eingebunden. Das Tablet findet nun als kompatibles Gerät den Chrome-Stick und überträgt auf Wunsch sein Bild kabellos so zum Beamer. Wenn ich die Klasse betrete drücke ich nur kurz auf den „An-Knopf“ des Beamers, begüße die Schüler (der Beamer braucht kurz zum Hochfahren) und aktiviere dann die „Play-To“ Funktion meines Tablets – schon ist mein Unterrichtsinhalt für alle Schüler sichtbar und ich kann meinen Unterricht beginnen.

Den Chrome-Stick (in der neuen Version) bekommt man hier: Chromecast2 bei Saturn

oder hier im Preisvergleich: Chromecast2 bei idealo

 

 

 

Moodle und andere CLMS 

Wie bereits erwähnt, können alle webbasierten Dienste vom Tablet aus genutzt werden, da sie lediglich Internetzugang und einen Internetbrowser benötigen – beides bietet das Tablet. Wer Moodle kennt, weiß es zu schätzen, wer es nicht schätzt hat es noch nicht richtig kennen gelernt. Hier Moodle für Nichtkenner zu erklären ist zu komplex. Ganz kurz gesagt kann man mit Moodle digitale Kurse erstellen in denen man seinen Schülern Aufgaben, Medien und Hilfen bereitstellen kann. Es können Austauschplattformen erstellt werden in denen Schüler sich organisieren können, Termine angekündigt werden und sogar wöchentliche digitale Tests geschrieben werden können. Und, und, und… Das Ganze kann ich von meinem Tablet aus managen, egal ob ich über WLAN oder via Mobilfunk im Internet bin.

Nützliche Apps 

Ein gutes Tablet für Lehrer braucht natürlich auch die entsprechenden Apps. Im Folgenden eine kurze Auflistung der Apps, die ich am meisten verwende.

  • Der Kalender erinnert mich an Termine und lässt mich den Überblick behalten. Er wird direkt auf der Startseite meines Tablets angezeigt und enthält neben meinem Stundeplan auch Konferenzen und private Termine.
  • Wunderlist ist eine tolle To-Do-Listen App mit der man seine To-Dos bequem verwalten und sogar mit Kollegen teilen kann, sodass man als Gruppe gemeinsam Listen aufstellt und abarbeitet.
  • Geogebra zur Veranschaulichung von Funktionen, Graphen etc. im Mathematikunterricht.
  • Excel, Word, Powerpoint erlauben mir meine normale Office-Arbeit mobil zu erledigen.
  • Dropbox macht meine Dateien für mich mobil nutzbar. Ich kann  sowohl vom PC als auch vom Tablet auf alle meine Materialien zugreifen. Und dabei werden Änderungen direkt synchronisiert, sodass alle Dateien stets aktuell sind.
  • Gmail lässt mich meine Mails verwalten. Ich habe ein privates und ein berufliches Gmail-Konto die beide getrennt in der Gmail-App aufgerufen werden können. Sehr praktisch ist die Möglichkeit Malis an Kontaktgruppen zu verschicken, so kann ich schnell die Elternschaft meiner Schüler erreichen und informieren.
  • Chrome eröffnet den Weg ins Internet und synchronisiert meine Lesezeichen mit denen auf meinem PC. So kann ich am PC dort weiter arbeiten, wo ich am Tablet aufgehört habe.
  • Turbo-Editor könnte vor allem für Informatik Kollegen sehr interessant sein, da sich dieser Editor sehr gut zum Programmieren eignet. In Kombination mit AndFTP lassen sich Homepages in Echtzeit vom Tablet aus programmieren. Hervorragend zur Demonstration im Unterricht.
  • In Zukunft hoffe ich, dass ich meine Zeugnisnoten in Edoosys am Tablet von Zuhause aus eintragen kann…

Solltet ihr auch nützliche Ideen haben, weiter gute Apps kennen oder ein anderes Tablet, als das perfekte Tablet für Lehrer empfinden, könnt ihr gerne einen Kommentar schreiben.

Bis dahin und viel Erfolg mit eurem Lehrer-Tablet!

3 Kommentare:

  1. Hallo Maverick, nachdem ich deinen Post las, informierte ich mich weiter über Tablets und landete aufgrund des Preisleistungsverhältnisses für ein Tablet mit Pen beim Samsung Galaxy tab S3. Zusammen mit der App OneNote bin ich mit meiner Wahl eigentlich zufrieden. Eigentlich – den keiner weiß, wie ich es mit einem Beamer verbinde. Stellt sich heraus, es hat keine MHL Schnittstelle. Gibt es deiner Erfahrung nach trotzdem eine Chance? Wireless? Aber wie? Wäre sehr dankbar für eine Antwort! Viele Grüße MN

    • Maverick Truelove

      Hallo Herr Nerenz,
      freut mich, dass mein Artikel Ihnen helfen konnte. Mit MHL ist vermutlich HDMI gemeint, oder? Die einfachste und günstigste Lösung bieten Streamingsticks. Diese werden direkt in den HDMI-Port des Beamers eingesteckt. Zusätzlich benötigen die Streamingsticks noch eine Stromversorgung. Häufig kann dazu direkt der USB-Port am Beamer verwendet werden, sodass man keine zusätzlichen Kabel mehr benötigt. Sehr bequem.

      Wenn der Streamingstick eingerichtet ist, sollte es möglich sein vom Tablet, Handy oder Laptop den Bildschirm zum Streamingstick (also zum Beamer) zu duplizieren. Bezeichnungen dafür sind „playto“, „mirrorcast“, „stream display“, etc. abhängig vom Hersteller. Ich habe es bei mir erfolgreich mit einem Google Chromecast 1 (der längliche), einem Google Chromecast 2 (der runde) und einem Amazon Firestick 2 getestet. Die Chromecasts harmonieren besonders gut mit Chromebooks, die ebenfalls ganz gut für den Einsatz im Unterricht geeignet sind.

      Es gibt auch noch günstigere Wifi-Dongles, die eigentlich auch den selben Zweck erfüllen sollten: hdmi wifi dongle

      Der Streamingstick und das Tablet müssen sich dafür lediglich im gleichen Netzwerk befinden. Der einzige Haken ist, dass man zur Einrichtung eine aktive Internetverbindung benötigt. Ich habe den Streamingstick dazu mit Hilfe des Netzwerkadministrators einfach in das Schulnetz eingefügt und genauso mein Tablet ins Schulnetz eingefügt. So waren beide im selben Netzwerk und verfügten über Internet. Ein Workaround wenn man über kein so tolles Schulnetz mit Internetanbindung verfügt, ist einen mobilen Hotspot via Handy zu erstellen und Streamingstick und Tablet damit zu verbinden. Ich hoffe ich konnte damit weiter helfen. Lassen Sie bitte hören ob es geklappt hat. Sportliche Grüße Mav.

  2. Hat es denn nun geklappt mit dem Samsung Tab S3 und der Beamerverbindung? Würde mich auch interessieren, da ich auch an diesem Tablet interessiert bin.

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